Bitte "liken" Sie diesen Artikel!
Tweet
Umweltjournal Umweltlexikon
Lexikon durchsuchen

Gentechnikgesetz

Das G. (GenTG) ist die am 20.6.1990 erfolgte Umsetzung der europäischen Freisetzungsrichtlinie in deutsches Recht (letzte Änderung 23.9.1990).

Zweck des Bundesgesetzes zur Regelung der Gentechnologie ist: "1. Leben und Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen sowie die sonstige Umwelt in ihrem Wirkungsgefüge und Sachgüter vor möglichen Gefahren gentechnischer Verfahren und Produkte zu schützen und dem Entstehen solcher Gefahren vorzubeugen und 2. den rechtlichen Rahmen für die Erforschung, Entwicklung, Nutzung und Förderung der wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten der Gentechnik zu schaffen."

Das G. gilt für gentechnische Anlagen und Arbeiten, Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen und das Inverkehrbringen von Produkten, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus solchen bestehen.

Das G. als Umsetzung der EG-Freisetzungsrichtlinie ist lückenhaft, so daß damit zu rechnen ist, daß die EG-Kommission vor dem europäischen Gerichtshof gegen die Bundesregierung klagen wird. Die Punkte, die die EG-Kommission bemängelt betreffen u.a. Maßnahmen zur Unterrichtung der Öffentlichkeit und Sicherheitsmaßnahmen im Umgang und dem Handel mit gentechnisch veränderten Organismen.

Damit wird eine restriktivere Formulierung einiger Punkte im deutschen G. notwendig. Darüber hinaus sind vor dem Hintergrund der Risiken, die die Anwendung gentechnischer Verfahren mit sich bringt, eine Vielzahl von Kritikpunkten gegen das G. einzuwenden, die v.a. die Aspekte:
- lückenhafte Definition des Anwendungsbereichs,
- ungenaue Begriffsbestimmungen,
- dürftige Sicherheitsvorschriften,
- ungenügende Produkthaftung von Betreibern sowie
- nicht ausreichende Regelungen zur Information und Beteiligung der Öffentlichkeit an Entscheidungsprozessen betreffen.

Die Mängel in den Bestimmungen gehen so weit, daß ein Sprecher des Bundesgesundheitsamtes sie damit kommentierte, daß hier in eklatantem Widerspruch zur EG-Richtlinie die unkontrollierte Freisetzung zugelassen werde.
Das G. orientiert sich deutlich an den Betreiberinteressen gentechnischer Anlagen und ignoriert die umfangreiche, vielschichtige und differenzierte Kritik, die von Umweltverbänden, Experten und selbst einzelnen Bundesbehörden lange vor Verabschiedung geäußert wurde.

Weitere Meldungen zum Thema "Gene":

Inklusives Wohnen und barrierefreies BauenInklusives Wohnen und barrierefreies Bauen
Köln, 12.05.2016: Für chronisch Kranke oder Menschen mit körperlichen und geistigen Handicap ist das eigene Heim der Schlüssel zu mehr Lebensqualität. Im Folgenden werden zwei Neuerscheinungen zum Thema inklusives sowie barrierefreies Bauen und Wohnen vorgestellt.
Naturschutzgenetik - vielversprechende neue Disziplin in der ÖkologieNaturschutzgenetik - vielversprechende neue Disziplin in der Ökologie
Köln, 27.04.2016: Die Naturschutzgenetik ist eine verhältnismäßig junge Teildisziplin der Ökologie, die schnell an Bedeutung für den Natur- und Artenschutz gewonnen hat. Mit ihrer Hilfe werden die genetischen Strukturen innerhalb von Populationen und ihre Veränderungen im Laufe der Populationsgeschichte untersucht.
So erblühen Schattenplätze im GartenSo erblühen Schattenplätze im Garten
Köln, 17.03.2016: Schattige Bereiche im Garten hat eigentlich jeder Gartenbesitzer; häufig wird die Bepflanzung dieser Bereiche als eher schwierig empfunden. Dies jedoch zu Unrecht, denn mit dem Wissen um die Besonderheiten dieser Bereiche können hier Pflanzungen mit einem ganz eigenen Reiz entstehen.
Wer wohnt im Federkleid?Wer wohnt im Federkleid?
Köln, 29.10.2015: Vögel bieten anderen, kleineren Lebewesen einen Lebensraum. Da die Mitbewohner der Vögel stets im Verborgenen leben und meist sehr klein und deshalb äußerlich am Gefieder nicht ohne Weiteres erkennbar sind, werden sie selten wahrgenommen und sind nur wenigen Spezialisten bekannt.
Viel los im Moos!Viel los im Moos!
Köln, 09.09.2015: Über ein Jahr lang hat der us-amerikanische Biologe David G. Haskell einen Quadratmeter Wald immer wieder besucht und bis ins kleinste Detail studiert. Haskell entfaltet mit dem Wissen des Naturforschers und der Beschreibungskunst eines Dichters ein umfassendes Panorama des Lebens im Wald.
Zukunftsweisendes Regenwassermanagement von StädtenZukunftsweisendes Regenwassermanagement von Städten
Köln, 26.08.2015: Die Folgen des Klimawandels stellen Städte weltweit vor neue Herausforderungen: Vor allem zunehmende Starkregenereignisse führen zu Überflutungen, die immense Schäden und somit Folgekosten im Stadtgebiet verursachen.
Energiequelle für Jedermann?Energiequelle für Jedermann?
Köln, 24.04.2015: Kleinwindanlagen werden mit ihren maximal 50 Metern Höhe und 100 Kilowatt Leistung auch als „Energiequelle für Jedermann“ bezeichnet. Die Anlagen können siedlungsnah und sogar an oder auf anderen Bauwerken errichtet werden. Kleinwindprojekte scheitern in der Praxis jedoch häufig an den Herausforderungen des Zulassungsrechts.
Baden im eigenen NaturpoolBaden im eigenen Naturpool
Köln, 17.04.2015: Die Autoren lüften das Geheimnis des natürlichen glasklaren Wassers ohne Chemie. Sie zeigen, wie sich mit diesem Wissen und der entsprechenden Art der Anlage Schwimmteiche und Naturpools in jeder Region für jede Gartensituation und jeden Anspruch perfekt verwirklichen lassen.
Energetische StadtraumtypenEnergetische Stadtraumtypen
Köln, 26.11.14: Der Energiebedarf unserer urban geprägten Gesellschaft macht sich vor allem an den Städten und ihren unterschiedlich geprägten Stadtquartieren fest. Die bisherige Trennung von Stadtplanung und Energieversorgung löst sich mit der Entwicklung dezentraler, regenerativer Versorgungssysteme auf. Die vorliegende Publikation gibt Auskunft über energetische und baustrukturelle Kennwerte typischer Siedlungsformen.
Gesellschaftliche Transformation und die Verantwortung der WissenschaftenGesellschaftliche Transformation und die Verantwortung der Wissenschaften
Schwerte, 18.09.2014: Wir stehen weltweit vor drängenden ökologischen und sozialen Herausforderungen. Sie reichen von der Sicherung der Welternährung bis zur Sicherung der natürlichen Ressourcen.
Bitte "liken" Sie diesen Artikel!
Tweet
Lexikon durchsuchen Umweltjournal lesen Newsletter bestellen Impressum
mobil.umweltlexikon-online.de ist ein
Projekt der André Sepeur Medienberatung