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Epidemiologie

Wenn von epidemiologischen Studien die Rede ist, geht es immer um Statistik, also um das Rechnen mit Krankheitsfällen. Definitionsgemäß ist die Epidemiologie die „Lehre von den Volkskrankheiten“ oder die „Wissenschaft vom Auftreten der Krankheiten in der menschlichen Bevölkerung“.
Eine Epidemie (griechisch für „im Volk verbreitet“) ist eine Krankheit, die gehäuft in einem bestimmten Zeitraum in einem bestimmten Gebiet auftritt. Wenn diese Krankheit sich weltweit verbreitet, spricht man von einer Pandemie. Ursprünglich ging es in der Epidemiologie um die übertragbaren Seuchen (Infektionskrankheiten), heute werden auch Umwelt-, Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten epidemiologisch überwacht mit dem Ziel, möglichst frühzeitig Vorsorgemaßnahmen ergreifen zu können.
Um das Krankheitsgeschehen beziffern zu können, muss man Begriffe definieren, die für die statistische Auswertung eingesetzt werden können. Hier einige Beispiele:
Prävalenz ist die Anzahl der Erkrankten an einer bestimmten Krankheit in einem bestimmten Zeitraum; demgegenüber ist die Inzidenz die Anzahl derer, die als Neuerkrankte hinzukommen. Um rückblickend festzustellen, ob bestimmte Bedingungen krankmachend sind, werden Fall-Kontroll- oder Kohorten-Studien durchgeführt. Bei Fall-Kontroll-Studien sucht man die Krankheitsfälle einer bestimmten Krankheit über einen gewissen Zeitraum, z. B. 20 Jahre, zusammen und vergleicht die Lebensumstände der erkrankten Personen mit denen von Nichterkrankten oder anderen Bezugsgruppen; bei Kohortenstudien werden bestimmte Berufs- oder Altersgruppen miteinander verglichen. Man erhält durch Befragungen Daten, mit denen man Risikofaktoren ausrechnen kann. Ein Risikofaktor von 1 besagt, dass es keine Unterschiede zwischen Kontrolle und Krankheitsfall gibt, der Faktor 2 bedeutet, dass das Risiko doppelt so hoch ist, an einer bestimmten Krankheit zu erkranken.
Ein grundlegendes Problem bei epidemiologischen Studien ist, dass die untersuchten Kriterien in ihrer Bedeutung abgeschätzt werden, somit Unsicherheiten enthalten. Ein weiteres ist, dass es häufig zu kleine Fallzahlen gibt, wodurch man dann nicht mit Sicherheit sagen kann, ob die Krankheit zufällig entstanden oder den Bedingungen zuzuordnen ist. Besondere Schwierigkeiten ergeben sich dann, wenn eine Ursache, z. B. ein Allergen, verschiedene Symptome hervorrufen kann.

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